Monatsspruch Januar

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

 (Timotheus 1, 7)

Gerade zum Anfang eines neuen Jahres kann einem manchmal ganz schön Angst und Bange werden angesichts der anstehenden Herausforderungen: Werde ich das große Examen schaffen, einen neuen Job finden, es schaffen mit dem Rauchen aufzuhören, allein im Ausland oder der ersten eigenen Wohnung klarkommen, die Krankheit in mir besiegen? Begleiten von der leisen Stimme „Und wenn nicht?“ helfen da oft auch keine guten Vorsätze mehr sich von der aufkeimende Panik zu beruhigen.

Mitten in diese Sorgen spricht der Monatsspruch für Januar hinein und will uns aus unseren problemorientierten Gedanken reißen. Denn Gott ist gerade in den Schwachen, ja in unserer persönlichen Schwachheit, mächtig – das verheißt er uns immer wieder in seinem Wort, der Bibel (z.B. 2. Korinther 12,9 oder Psalm 146). Denn er kann uns mit seinen lösungsorientierten Gedanken füllen: Gott gibt Kraft – ihm und seiner Allmacht zu vertrauen; Liebe – unsere Mitmenschen und uns selbst aus seinen liebenden Augen zu sehen, die weit mehr als das Äußerliche und Offensichtliche wahrnehmen; und Besonnenheit – die richtigen Entscheidungen zum passenden Zeitpunkt zu treffen. Lassen wir uns im neuen Jahr von Gottes gutem, starkem Geist verändern und gebrauchen?

(G.Kuhl)

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Monatsspruch Dezember

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

(Jesaja 49,13)

Die Adventszeit hat begonnen und überall bereitet man sich auf Weihnachten vor. Auf ein Fest im Kreise der Familie, das durch Harmonie und Frieden bestimmt ist. So heißt es zumindest in vielen, überall erschallenden Weihnachtsliedern. Doch wenn man genauer hinsieht, herrscht in so vielen Familien kein Friede, Krieg und Terror bilden an so vielen Stellen das Gesprächsthema Nummer eins. Da ist der viel besungene Weihnachtsfriede weit entfernt.

Aus einer ähnlichen Situation stammt dieser Vers. Doch auch damals, vor fast 3000 Jahren, war die Welt kein heiler Fleck, wo es allen gut ging. Auch damals gehörten Auseinandersetzungen und Kriege zum Alltag. Und genau in so einem Alltag kommt die Aufforderung, sich zu freuen und Gott zu loben. Und warum? Weil er über allem steht und weil er die Menschen trösten und wieder aufbauen will. Ja, viel mehr, er hat es schon getan. Das ist ein Grund zum Jubeln, nicht nur für die Israeliten damals.

Doch dann stellt sich für uns heute schnell die Frage: Wo ist Gott heute? Sieht er die vielen Elenden nicht mehr, die Erbarmen und Trost brauchen? Vielleicht fragst du dich auch ganz persönlich: Warum soll ich Gott denn loben? Wahrscheinlich sind diese Fragen hier sehr berechtigt. Aber dann darf man auf der anderen Seite auch die Frage stellen: Rechnen wir mit Gottes Erbarmen? Fragen wir ihn überhaupt, ob er in unsere Zeit eingreifen will? – Eine Zeit, die voller Probleme in der Welt, aber auch in meinem Alltag ist. Wollen wir ihn überhaupt loben oder nörgeln wir nur über alles, was wir nicht haben?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott sich auch nicht freut, wenn wir leiden müssen. Denn er möchte auch heute noch uns Menschen trösten und uns aus unserem Elend befreien. Dazu ist er vor 2000 Jahren selbst auf diese Erde gekommen – extra, um dich zu befreien. Er möchte, dass jeder mehr als genug Grund zum Freuen und Loben hat.

Nehmen wir uns doch auch in der Adventszeit wieder einmal die Zeit dafür, Gott zu loben. Er hat uns seinen Sohn geschickt, um uns zu befreien, und er möchte uns auch heute mit seinem Erbarmen beistehen. Singen wir die Weihnachtslieder mit einem bewussten Blick auf unseren großen Gott, dem aller Lobpreis zusteht. Doch vergessen wir bei allem Bestreben nach einer besinnlichen Weihnachtszeit die nicht, die gerade nicht in Frieden leben – im Gebet oder ganz praktisch. Denn unser großer Gott möchte sich aller erbarmen.

(M. Mitschke)

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Monatsspruch November

„Erbarmt euch derer, die zweifeln“ (Judas 22)

Es gibt viele gute Gründe, an Gott zu zweifeln. Wenn es einen Gott gibt und wir Menschen seine Geschöpfe sind, ist ja auch irgendwie klar, dass wir da mindestens eine Ebene drunter stehen, was die Allwissenheit betrifft und wir eben nicht alles an diesem Gott auf Anhieb verstehen können. Oder weiß deine smarte Mikrowelle, warum du dir jeden Tag Nudeln aufwärmst und nicht mal was Abwechslungsreicheres kochst? Der Erfinder kennt wiederum sehr wohl, den Wirkungsmechanismus der Erfindung „Mikrowelle“ weiß wofür sie gedacht ist und eingesetzt werden sollte.

Das mit dem Unverständnis und Zweifeln geht natürlich nicht nur Nicht-Christen so. Auch unter den Christen wird oft gezweifelt, nur leider werden diese oft unter einen frommen Deckmantel geschoben und versteckt. Dabei haben Zweifel auch etwas Positives: Sie sind quasi ein Beweis dafür, dass man sich ernsthafter mit verschiedenen Glaubenspunkten auseinandersetzt und nicht einfach so alles „blind schluckt“. Es ist total wichtig immer wieder nachzufragen und zu forschen, um einer Antwort auf die Spur zu kommen, die man auch versteht. Ehrlich überwundene Zweifel können den eigenen Glauben sogar noch stärker machen, weil man nicht mehr einfach nur irgendetwas nachplappert, was man irgendwo mal zu dem Thema aufgeschnappt hat.

Die Gefahr, wenn man mit den Zweifeln alleine bleibt? Es gibt keinen der dir mit verschiedenen Perspektiven aus den Zweifeln raushilft. Was bleibt ist im besten Fall ein unbefriedigendes Gefühl. Aber selbst in dieser Situation gibt es gute Neuigkeiten für dich: Gott selbst ist ein naher Gott, der sich wünscht, dass du ihn immer besser kennenlernst, dir sein Wesen gerne offenbaren möchte und auf eine vertrauensvolle Beziehung mit dir hofft. Dafür hat er schon alles vorbereitet. Sein Sohn  Jesus Christus hat den Weg zu Gott frei gemacht. So, dass wir im Gebet mit ihm direkt ins Gespräch kommen können. Dafür braucht es keinen besonders heiligen Ort oder besonders fromme Worte. Wir können Gott jederzeit auch unsere ganzen Zweifel sagen und mit Antworten rechnen.

(G.Kuhl)

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Monatsspruch Oktober

“Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?”

(Hiob 2,10 (L))

Es ist doch vergleichsweise einfach, Gott für allen Segen und alles Gute zu danken und eine enge Beziehung mit ihm zu haben, wenn es einem gut geht. Aber was ist in Zeiten der Trauer, von Krankheit, von Verfolgung und Anfechtung? Sind wir bereit dafür? Sind wir uns dessen bewusst, dass so etwas auf uns als Christen zukommen kann und wird? Das neue Testament bereitet uns sehr deutlich darauf vor, was auf uns zukommen wird, wenn wir mit Jesus unterwegs sind. Uns wird Verfolgung und Anfeindung prophezeit. Bist du dir dessen bewusst? Oder verdrängen wir diesen Gedanken und wollen nur das Gute von Gott und die tollen Momente?

Schmerzen und Leid gehören zu dieser Welt, in der wir leben, und sind nicht nur in den täglichen Nachrichten über Kriegsflüchtlinge, Erdbebenopfer und Unfälle Realität. Auch im Leben eines Christen bleiben einem schmerzhafte Erfahrungen nicht automatisch erspart. Aber wir haben einen vertrauenswürdigen, nahen Gott an unserer Seite, der uns verheißt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Röm 8,28). Mit dieser Verheißung, die Hiob schon im Alten Testament für sich erkennt, bietet uns Gott eine neue Perspektive auf die aktuelle, leidvolle Situation. Er führt uns einen Schritt zurück, um uns aus dem Strudel des (Selbstmit-)Leids zu lösen und mit etwas Abstand die Lage in die Hand des Allmächtigen zu legen. Wir vertrauen als Christen darauf, dass es einen großen Plan dahinter gibt, der nicht nur irgendwie Sinn macht, sondern von einem Gott stammt, der es tatsächlich gut mit mir meint.

Gott verheimlicht uns nichts. Er sagt uns ziemlich deutlich, was uns erwartet, wenn wir uns für ein Leben mit ihm entscheiden. Das ist fair und ehrlich. Doch wenn wir auch in schweren Zeiten an Gott festhalten, können wir solche Zeiten mit Gott zusammen durchstehen, und auch wenn wir ihn dabei anklagen oder anflehen, können wir bei ihm Frieden finden und darauf vertrauen, dass er weiß, was er uns zumuten kann.

(C. Kuhl)

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Monatsspruch September

„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ (Mt. 18,3)

Noch vor ein paar Jahren liebte ich diesen Vers. Ich dachte: „Ihr armen Erwachsenen, schaut uns Kinder an! So kommt ihr in den Himmel!“ Doch nun bin ich älter geworden :-) , ich sehe diesen Vers nun aus der anderen, der Erwachsenen-Perspektive.

Die „Hoffnung-für-alle“-Übersetzung beginnt den Abschnitt mit der Schlagzeile: „Gott hat andere Maßstäbe“. Luther wählte die Überschrift „Der Rangstreit der Jünger“. Ich stelle mir die Situation folgendermaßen vor:

Die Jünger waren schon eine längere Zeit mit Jesus unterwegs, hatten viel mit ihm erlebt, ihn kennengelernt und seine Predigten gehört. Nun interessiert es sie brennend, wer denn der Wichtigste, der Größte in Gottes neuer Welt sei. Ich ahne, dass sich jeder heimlich seine Chancen ausrechnete, „King of heaven“ zu werden. Schließlich waren Sie es ja, die Jesus besonders gut kannten, die immer bei ihm waren und gut bei seinen Predigten aufgepasst hatten. Aber Gottes Maßstäbe sind anders!

Jesus ruft ein Kind und stellt es vor die Jünger. Das Kind war bestimmt etwas verunsichert, vielleicht rückte es nah an Jesus heran und traute sich nicht, die vielen großen Männer anzusehen. Vielleicht umarmte Jesus das Kind auch (vgl. Markus 9, 33ff). Die Jünger fragten sich wahrscheinlich, was der ganze Zirkus um ein Kind sollte, schließlich ging es hier gerade um den Platz des „King of heaven“. Ich hätte gern ihre Gesichter gesehen, als Jesus sagte: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.” Das muss wie eine kalte Dusche gewesen sein.

Wenn ich heute den Vers lese, bin ich genauso erstaunt wie die Jünger damals. Denn Kinder hören keine Predigten, verfassen keine Andachten, sind nicht allzu erfahren und weise, beten nicht regelmäßig für andere Menschen,… oder besitzen irgendeine andere geistliche Tugend. Ich glaube, wir wären mit vielen anderen Antworten von Jesus – die Gottes-Wort-Kenner, die treuen Beter, die Gemeindeleiter – viel besser zurechtgekommen. Was also haben Kinder, was wir nicht haben und was sie so himmelstauglich macht?

1. Kinder haben ein viel stärkeres Vertrauen.

Vor einigen Jahren kam ich in unsere Küche und da saß mein gerade mal zweijähriger Bruder allein am Tisch. Ich war überrascht und fragte ihn: „Bist du ganz alleine hier? Es passt ja niemand auf dich auf!“ – „Doch. Gott!“ Gott hat alles im Griff und er meint und macht es gut – warum haben wir so viel Angst, wenn unser Vater der Schöpfer und Boss des Universums ist?

2. Kinder sind klein – sie wissen, dass sie Hilfe brauchen.

Manchmal sagen Kinder: „Mein Papa kann alles!“ (Ich sag das auch heute noch ab und an. Nur bei PC-Problemen trifft es nicht immer zu :-) ) Gott ist allmächtig und er hilft gerne. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir einsehen, nicht alles zu können und dass wir nach Gottes Hand greifen – denn Gott kann wirklich alles.

3. Kinder sind fröhlich.

„Fritzchen ging um die Ecke, was fehlt? Der Witz!“ Ihr solltet meinen Bruder sehen, wie er bei diesem Spruch regelmäßig einen Lachflash bekommt… Gott hat so viel gemacht, das uns Freude bereiten soll: Jesus ist für unsere Schuld gestorben – wir dürfen zu Gott kommen; schau dir die vielen bunten Blumen an; wir leben in einem Land, in dem es uns wirklich gut geht. Freu dich an dem, was du hast – es ist mehr, als du vermutest!

Glückwunsch, dass du diesen Text bis zum Ende gelesen hast – ein Kind hätte es vermutlich nicht gemacht. Und darf trotzdem in Gottes neue Welt :-) .

(F. Welker)

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Monatsspruch August

„Jesus Christus spricht: Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ (Mt. 10,16)

Dieser Vers steht im Anschluss an die Aussendung der Apostel. Die Apostel wurden von Jesus mit der Vollmacht ausgestattet, Wunder zu vollbringen – aber viel entscheidender noch: die Frohe Botschaft vom kommenden Himmelreich zu verkünden. An dieser Botschaft, so sagte Jesus es seinen Jüngern voraus, werden andere Menschen Anstoß nehmen. Sie werden die Botschaft Jesu nicht nur ableh­nen, nein, sie werden diejenigen, die sie verkündigen, verfolgen.

Das ist wahr, damals wie heute. Schon die Urgemeinde musste um der Botschaft willen, die sie verbreitete und von der sie über­zeugt war, Verfolgung erleiden. Und auch heute steht in vielen Ländern auf das Übertreten zum Christentum die Todesstrafe, Missionieren ist verboten oder Christen erleiden tägliche Benachtei­ligung. Selbst wenn man nicht auf Länder schaut, die von „Open Doors“, einer Organisation, die sich für verfolgte Christen einsetzt, als Land mit Christenverfolgung eingestuft sind, so kennen doch die meisten Christen, zumindest in meinem Umfeld, die Situation, dass man für seinen Glau­ben belächelt oder sogar ausgeschlossen wird.

Ich finde es ermutigend zu wissen, dass Jesus dies damals schon vorausgesagt und einen Rat mit auf den Weg gegeben hat. Auf den ersten Blick scheinen die zwei Aussagen des Monatsspruches etwas widersprüchlich zu sein: „klug wie die Schlangen“ – „ohne Falsch wie die Tauben“. Doch es ist genau das Rezept, das wir als Christen brauchen, wenn wir in die nichtchristliche Welt hinausgehen, die schon der eigene Freundeskreis sein kann. Denn der erste Teil des Verses lautet: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“; die Wölfe werden das Schaf, also den Christen, zerreißen, deshalb muss er klug wie eine Schlange sein, um zu überleben. Aber auch ohne Falsch, also wahrhaftig, ehrlich, sonst verleugnet er sich oder seinen Herrn oder dessen Botschaft.

Aber wie ist man klug und ohne Falsch? Wie äußert sich solches Verhalten? Jesus selbst wurden oft Fallen gestellt, Fangfragen, die ihn als Gotteslästerer entlarven sollten, aber er durchschaute diese Ab­sicht. So konnte er den Fallen entgehen und seine Botschaft weiter verkündigen. Wir, die wir Je­sus verkünden oder unseren Glauben bezeugen, sollten uns auch auf solche Fallen einstellen, aber auch auf ehrlich gemeinte Fragen zu unserem Glauben, beides sollten wir klug beantworten.

Um dies umzusetzen, ist regelmäßiges Bibellesen wichtig, denn so bekommst Du das Wissen, um Fragen und Fallen klug zu begegnen. Außerdem siehst Du, wie andere Glaubensvorbilder damit umgegangen sind. Rede in deinem Jugendkreis über die Dinge, die Dir unklar sind, und überlegt euch gemeinsam, welche ernsten Fragen, aber auch welche Fallen euch ein Nichtchrist dazu stellen könnte. Bete für Christen, in Verfolgung leben, und für Missionare und Prediger, die die frohe Botschaft von Jesus Christus weitergeben, aber auch für Dich und Deinen Jugendkreis, dass niemand, der unter die Wölfe gesandt ist, diesen zum Opfer fällt. Sei immer ehrlich, wenn Du keine Antwort weißt; es ist besser, das zuzugeben, als Dir einfach eine Antwort auszudenken, denn Dein Gegenüber wird merken und anerkennen, dass es Dir ernst ist und Du nicht von Dir denkst, Du hättest die Weisheit mit Löffeln gegessen. Die beiden Versteile gehören untrennbar zusammen – wenn Du nicht wahrhaftig bist, verleugnest Du Dich selbst und die Botschaft, die du verkündest.

(M. Lenhardt)

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Monatsspruch Juli

“Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.”

(Matthäus 5, 37 (E))

Der Monatsspruch ist ein Vers aus der Bergpredigt von Jesus. In diesem Abschnitt redet er über das Schwören und darüber, dass man es lieber sein lassen soll. Puh…Glück gehabt. In unserer Gesellschaft ist das mit dem Schwören nicht mehr so alltäglich. Da haben vielleicht Beamte, Ärzte, Apotheker oder Menschen vor Gericht noch Schwüre zu leisen, aber sonst… Es fällt mir sicher nicht schwer, darauf zu verzichten. Als Kind habe ich oft noch mein Ehrenwort gegeben, was ja letztlich auch so eine Art Schwur war: „Ich schwöre bei meiner Ehre, dass ich die Wahrheit sage.“

Aber warum eigentlich? Doch nur, weil die anderen Menschen die Erfahrung bei mir machen mussten, dass es nicht normal ist, dass ich die Wahrheit sage. Daher muss ich in Situationen, in denen ich dann wirklich die Wahrheit sage, schon eine Bekräftigung hinzufügen. Aber zum Glück ist das ja auch vorbei.

Doch wie sieht es denn jetzt mit der Lüge aus in meinem Leben? Klar, so ein paar kleine Notlügen sollten schon drin sein. Immerhin kann ich doch meinem Chef nicht sagen, dass seine Art der Mitarbeiterführung gar nicht geht, oder ich kann Max nicht sagen, dass ich einfach keine Lust habe, auf seine Party zu gehen. Daher lehne ich lieber mit der Ausrede ab, dass ich schon anderweitig beschäftigt bin. Oder wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, dann geht es mir natürlich „gut“, denn ich will grad nicht über meine Sorgen und Ängste sprechen.

In der Tier- und Pflanzenwelt wird auch oft gelogen, ein Schein vorgetäuscht und sich verstellt, um Gefahren und Feinde abzuwehren. Und so machen wir es doch auch nur: um andere und uns selbst vor den Konsequenzen der Wahrheit zu schützen, oder? Aber genau hier setzt Jesus an. Unser Ja soll wirklich auch ein Ja sein und unser Nein ein Nein. Das, was wir sagen, sollen wir auch meinen und keine Notlügen, Schutzlügen, Etikettenregeln sollen da als Ausrede gelten dürfen. Jesus verlangt wieder mal, völlig entgegen der gesellschaftlichen Norm zu handeln, vielleicht auch völlig gegen unser Naturell. Und alles läuft am Ende darauf hinaus, Jesus völlig zu vertrauen. Zu vertrauen, dass er mich vor den Konsequenzen der Wahrheit schützt, dass er etwas Gutes daraus machen kann.

Sind wir bereit. ihm zu vertrauen und auch unangenehme Konsequenzen in Kauf zu nehmen, mit der Hoffnung, dass Jesus etwas Größeres oder Besseres daraus wachsen lassen kann? Jesus fordert eine völlige Veränderung unseres Lebens, unseres alltäglichen Handelns – und alles beginnt mit dem Glauben an und dem Vertrauen auf ihn. Bist du bereit, Jesus blind zu vertrauen?

(C. Kuhl)

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Monatsspruch Juni

“Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.” (1. Mose 32, 27)

In einer der letzten M&M-Stunden wurde festgelegt, wer einen kleinen Input über den jeweiligen Monatsspruch für die EC-Homepage, auf der du dich gerade befindest, schreiben könnte (für alle Nicht-EC‘ler: M&M sind in dem Fall nicht die mit Zucker umhüllten Schokolinsen, sondern steht für „Mitarbeiter- und Mitmachstunde“; jeder im EC darf sich dort einbringen). Als der Monatsspruch für Juni, „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (1. Mose 32,27), vorgelesen wurde, war mir sofort klar: Den übernehme ich.

Es gibt Verse in der Bibel, zu denen man einen ganz persönlichen Bezug hat. Dieser Vers erinnert mich an meinen im Juni des letzten Jahres verstorbenen Großvater. Als ich Kind war, verbrachten wir oft die Ferien bei meinen Großeltern im Vogtland. Meine Großeltern waren beide gläubige Christen und so wurde vor den Mahlzeiten natürlich immer gebetet. Und mein Großvater konnte ziemlich lange beten. Je mehr Leute am Tisch waren, desto länger. Als Kind war ich manchmal etwas genervt, weil die Brötchen duftend auf dem Tisch standen, mein Magen knurrte und ich dennoch geduldig warten musste, bis mein Großvater zu Ende gebetet hatte. Den letzten Satz seines Gebetes betete er immer mit fester, klarer Stimme: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“. Als Kind wusste ich nicht so recht, was damit gemeint war. Heute in der Rückschau bin ich dankbar, dass mein Großvater so treu und beständig gebetet hat. Ich bin dankbar, dass er mit diesem Vers jedes Mal gezeigt hat, dass er sich an Gott klammern möchte. So wie Jakob, der diesen Satz zu Gott sagte und damit klar machte, wie wertvoll der Segen Gottes für ihn ist. Wir müssen uns auch bewusst an Gott halten, uns an ihn klammern und dürfen dann darauf vertrauen, dass uns alles zum Besten dient.

Als mein Großvater dann letztes Jahr starb, bedurfte es keiner langen Überlegung, welcher Spruch aus der Bibel über der Traueranzeige stehen sollte: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Mein Großvater ist mir, was das Gebet und das Vertrauen auf das Wirken Gottes im eigenen Leben angeht, ein Vorbild geworden. Dieser Vers aus der Bibel wird mich mein Leben lang begleiten und wird mich immer an ihn erinnern.

 (F. Brandt)

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Monatsspruch Mai

“Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.” (Phil 4,13)

„Grummel, Grummel.“ Das war mein Bauch – ich hab schon wieder Hunger. Wir sind irgendwie den ganzen Tag damit beschäftigt, für Energienachschub zu sorgen. Ob beim Einkaufen, Traubenzuckerlutschen vor der nächsten Prüfung oder beim zehnminütigen Powernap zwischendurch – wir brauchen ständig neue Kraft. Und das nicht nur als Leistungssportler oder Karrieredurchstarter. Leider sind unsere Kraftreserven nicht unendlich – wir kommen immer wieder an unsere Grenzen. Manche schon beim Marmeladenglas-Öffnen-Wollen, andere beim Abhetzen zwischen unzähligen Kalenderterminen.

Heute, wo wir so viele Möglichkeiten haben, uns zu engagieren und auszuprobieren, ist es umso wichtiger, dass man sich seine Kräfte richtig einteilen kann. Burnout scheint eine Volkskrankheit geworden zu sein und schwebt immerzu wie ein Damoklesschwert über uns.

Wo bekommst du deine Kraft für jeden neuen Tag her? Was treibt dich an und gibt dir den Mut, jeden neuen Morgen die Füße aus dem Bett zu heben?

Beziehungen geben uns Halt und stützen uns, wenn wir selbst mal einen Durchhänger haben. Freunde und Familie können im Idealfall helfen und uns auch in guten Zeiten zum Weitermachen anspornen. Aber wir sind alle nur Menschen, werden vermutlich immer wieder auch mal enttäuscht und selbst unsere engsten Vertrauten verstehen nicht immer, was wir im Moment genau brauchen oder durchmachen.

Viele Personen aus der Bibel haben eine Kraftquelle erlebt, die wirklich durchträgt und oftmals das aus Menschensicht Unmögliche möglich macht. „Alles vermag ich durch IHN, der mir Kraft gibt“. Wer ist dieser Kerl mit der Powerbatterie, von dem Paulus im Philipperbrief spricht?! Gemeint ist Jesus Christus. Er hat die Verbindung zu Gott wiederhergestellt, so dass seine unendliche Kraft und Energie auch unser Leben ohne Hindernis durchfließen kann. Wenn wir an Gott dranbleiben, dürfen wir auf seine ununterbrochene Energieversorgung vertrauen – ohne Strompreiserhöhung, versteht sich.  Vielleicht ist auch bei dir heute ein Wechsel des Energieversorgers dran?

(G. Kuhl)

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Monatsspruch April

„Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ (Matthäus 27, 54b)

Vielleicht begann der Tag nicht ungewöhnlich für sie. Es war wohl nicht die erste Hinrichtung, die sie durchführten. Dieses Mal gleich drei Kreuzigungen. Aber der, den sie in der Mitte kreuzigten, war anders. Verurteilt wurde er, weil er sich selbst Gottes Sohn genannt hatte. Der König der Juden. Jesus von Nazareth. Die religiöse Elite der Juden hatte ihn dem römischen Statthalter Pilatus übergeben und ein Todesurteil erzwungen. Die Soldaten hatten ihn geschlagen, angespuckt und verhöhnt. Und als er dann schließlich am Kreuz hing, hörte der Spott nicht auf. Diejenigen, die vorbeikamen, lästerten ihn, während die Soldaten unter dem Kreuz darum würfelten, wer sein Gewand bekommen würde.

Er starb den Tod eines Verbrechers. Doch er war anders. Er wehrte sich nicht, sondern duldete. Er verfluchte weder seine Peiniger noch sein Schicksal. Die wenigen Worte, die er sprach, waren markant; liebevoll, wenn er zu Menschen redete, und von einer tiefen Beziehung geprägt, wenn er mit Gott sprach.

Und auch sonst war es anders. Während er am Kreuz hing, wurde es für drei Stunden mitten am Tag völlig dunkel, und als er gestorben war, gab es ein großes Erdbeben. Der Vorhang im Tempel des Gottes Israels, der das Allerheiligste vor den Menschen verbarg, zerriss vollständig von oben nach unten.

Der römische Hauptmann und diejenigen, die mit ihm die Hinrichtung bewachten, erschraken. Und sie kamen zu einer Erkenntnis: Das war wirklich Gottes Sohn, den sie da gekreuzigt hatten. Er hatte es nicht einfach nur behauptet. Er war es wirklich. „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“

Sie hatten Recht. Sie hatten diesen Punkt eher begriffen als viele Mitglieder der religiösen Führungsschicht der Juden. Zu diesem Zeitpunkt wussten sie allerdings noch nicht, dass Jesus nicht nur Gottes Sohn gewesen ist. Dass er nicht einfach nur gewesen ist. Sondern er ist. Er ist Gottes Sohn. Er ist lebendig. Drei Tage später war er von den Toten auferstanden.

Jesus ist nicht nur eine Gestalt aus der Vergangenheit, sondern auch der Sohn Gottes in Gegenwart und Zukunft. Er lebt. Entscheidend für dich ist nicht, was ein römischer Hauptmann vor knapp zweitausend Jahren gesagt hat, sondern wie du selbst reagierst, wenn du mit Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, konfrontiert wirst. Ablehnung oder Annahme? Spott oder Staunen? Gleichgültigkeit oder Dankbarkeit?

(S. Bragulla)

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