Monatsspruch Juli

„Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will.“ (2.Mose 33,19)

Fragst du dich manchmal, warum du in die Kirche oder Gemeinde gehst? Wäre es nicht viel einfacher, wie die anderen, die keine Christen sind, zu leben? Keine Verpflichtungen, mehr Zeit für sich, man braucht auch kein Geld zu spenden. Wie kann ich mir mit absoluter Gewissheit überhaupt so sicher sein, dass es Gott wirklich gibt?
Wenn du schon einmal solche Gedanken hattest oder dich die Zweifel mal wieder zu verschlingen drohen, dann lies 2. Mose 33. Was für ein Text. Da ist dieser Mose, der nach viel Hadern und Umwegen auf Gott gehört und ihm vertraut hat und so das Volk Israel aus Ägypten und 40 Jahre durch die Wüste geführt hat. 40 Jahre – eine gigantische Zeit. Ich werde schon ungeduldig, wenn ich eine halbe Stunde beim Arzt warten muss. Aber 40 Jahre. Wow. Aber das ist es nicht, was mich an dem Text so fasziniert. Es ist die Beziehung, die Mose zu Gott hat. Da steht, sie redeten von Angesicht zu Angesicht, wie Freunde miteinander reden (Vers 11), und Gott sagt zu Mose: „Ich habe dich gnädig angenommen und kenne dich ganz genau!“ (Vers 17). Was ist das bitte für eine Beziehung? Das ist der Hammer. So etwas will ich auch. Ich will auch so ein Zelt und dann kommt die Rauchsäule und ich weiß, Gott ist da und er hört mir zu und ich höre ihn reden. Das wäre doch was. Dann hätte ich keine Zweifel mehr. Aber wäre das wirklich so? Das Volk Israel hat immer gesehen, dass die Rauchsäule über dem Eingang des Zeltes stand, wenn Mose mit Gott redete. Und dennoch haben sie gezweifelt und Mose und Gott misstraut.
Und Mose? Auch er will mehr. Er will Gottes Herrlichkeit sehen. Wir Menschen neigen dazu, immer mehr zu wollen. Wir gewöhnen uns an Dinge und nehmen sie als gegeben hin. Gott offenbart sich Mose und zeigt ihm seine Herrlichkeit. Und wenn ich das lese, dann weiß ich, dass ich mit allem, was mich bedrückt, zu Gott kommen kann und er sich meiner annimmt, weil ich ihm wichtig bin. Was Mose erfahren hat, ist schier einzigartig und wunderbar. Gott erbarmt sich über ihn. Aber geht es uns heute nicht noch viel besser? Haben wir wirklich Grund, neidisch auf Mose zu sein? Gott hat seinen Sohn für dich geopfert, ihn töten lassen, er hat sich selbst erniedrigt, um mit dir eine noch viel innigere Beziehung als mit Mose haben zu können. Das ist doch unglaublich. Gott hat uns errettet, er hat sich über uns erbarmt. Und wir mussten kein Volk aus Ägypten führen oder 40 Jahre warten. Nein, wir bekommen es geschenkt – das ist Gnade. Das ist unser wunderbarer Gott. Wenn dich also Zweifel überfallen, wenn du denkst, dass ein Leben mit Gott Ballast ist, dann lies 2.Mose 33 und staune über unseren lebendigen Gott.

(C. Kuhl)

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