Monatsspruch April

Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.

(1.Petrus 2,9 (L) )

Lieber Petrus,

du schreibst den Christen in den Provinzen Pontuis, Glatien, Kappadozien, Asia und Bithynien, dass sie das auserwählte Geschlecht sind. Also in unsere heutige Zeit passt das ja mal so gar nicht mehr. Du schreibst „das auserwählte Geschlecht“. Das bedeutet ja, dass es nur eins gibt. Also heute kann man solche absoluten Aussagen nicht mehr machen. Man entscheidet sich heute nicht mehr nur für eine Option und schließt alle anderen aus. Wir brauchen heute immer mehr als eine Möglichkeit und müssen uns selbst, wenn wir uns entscheiden, immer noch mindestens einen Plan B offenhalten. Das ist heute so; das wird von uns verlangt. Aber lass mich mal weiterlesen. Du schreibst als nächstes von der königlichen Priesterschaft. Also Priester, die gibt es noch in der katholischen Kirche und die haben das Zölibat. Du warst doch auch verheiratet, wie passt das denn zusammen? Wir sind Priester aber du nicht? Also das verstehe ich irgendwie nicht. Und warum eigentlich „königliche Priesterschaft“? In Deutschland haben wir schon lange keinen König mehr und mit den Königshäusern, die es noch so in Europa gibt, habe ich doch nichts zu tun.

Das Volk des Eigentums. Also Eigentum das klingt immer gut; darüber definieren wir uns heute in unserer Gesellschaft. Also dazu kommt natürlich noch unsere Leistung, aber Eigentum ist sehr wichtig. Kennst du nicht das Sprichwort: „Haste was, dann biste was?“ Achso, das stammt ja nicht aus der Bibel, kannst du also nicht kennen.

Wie und jetzt gibst du uns auch noch einen Auftrag? Wir sollen Wohltaten verkündigen. Also wenn ich erzählen soll, was ich alles Gutes gemacht habe – kein Problem. Ich weiß doch was ich gemacht habe. Aber du meinst, dass ich die Wohltaten von einer anderen Person verkündigen soll. Das geht ja mal gar nicht. Das würde mich ja in den Schatten stellen. Das kannst du doch nicht von mir verlangen! Und was soll der gemacht haben? Uns von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen haben? Also ich weiß ja das du vor ca. 2000 Jahren gelebt hast, und dass es da noch nicht so technisiert war wie heute. Also Finsternis gibt es bei uns in Deutschland schon lange nicht mehr. Na gut vorletzte Woche war die Earth Hour, da war es schon recht dunkel, aber nur für eine Stunde. Und wunderbares Licht, ich weiß ja, dass du da nicht so viel von Wissen kannst, aber wir haben heute LEDs und die modernen LED-Strahler, da gibt es RGBA und RGBW-Strahler und dann kann man da die unterschiedlichsten und wunderbarsten Lichtfarben mischen. Dagegen sind die Fackeln, die du kennst wie ein Streichholz. Also mit uns heute in Deutschland kann das nicht viel zu tun haben. Nur gut, dass du den Brief nicht nach Deutschland geschrieben hast.

Ähm, warum steht der eigentlich in der Bibel? Also die Bibel ist ja Gottes Wort. Aber was interessiert mich denn was Gott damals durch dich den Gemeinden in den Provinzen schreiben ließ?

Also mein lieber Petrus, über Antworten würde ich mich schon freuen. LG aus der Lichtstadt.

Daniel

 

Lieber Daniel,

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, mir zu schreiben. Ich möchte versuchen dir meine Aussage von damals etwas näher zu bringen:

Gott hat seinen Sohn Jesus zu uns auf die Erde gesandt. Er wurde von einer Jungfrau geboren. Das kannst du bei Gelegenheit mal im Lukasevangelium Kapitel 2 nachlesen. Jesus hat auf dieser Erde gelebt. Ich war einer seiner Jünger. Er hat mich damals berufen, also gesagt, ich soll mit ihm mitkommen und nicht mehr Fische fangen, sondern Menschen für ihn gewinnen (vgl. Matthäus 4,19). Ich bin mit ihm gut 3 Jahre unterwegs gewesen. Irgendwann haben ihn die Römer dann gefangen genommen und gekreuzigt (vgl. Matthäus 26 + 27). Wir dachten damals, jetzt ist alles aus und wir haben 3 Jahre unseres Lebens verschenkt. Aber er ist auferstanden (vgl. Matthäus 28,6). Das feiert ihr an Ostern. Und ich habe ihn persönlich mehrfach nach seiner Auferstehung gesehen. (vgl. Johannes 21+22) Er gab uns Jüngern den Auftrag gehet hinaus in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker. Das kannst du in Matthäus Kapitel 28 nachlesen. Und wir haben es gemacht. Ich habe verschiedene Gemeinden besucht. Irgendwann wurden wir Christen genannt, weil wir Jesus Christus nachgefolgt sind. Christus heißt Retter. Und nach dieser langen Einleitung nun zur Erklärung: Gott hat uns auserwählt! Er hat sich entschieden und auch wenn wir ihn nicht verstehen, ich habe ihn ja auch nicht immer verstanden, er ist so krass drauf, dass er sich entscheidet und das absolut. Wenn du an ihn glaubst und ihn um Vergebung deiner Sünden bittest, dann ist er treu und gerecht, sodass er sie dir vergibt und dich als sein Kind annimmt (vgl. 1.Johannes 1,9). Er ist der der König der Welt. Damals hat man an sein Kreuz ein Schild mit „König der Juden“ genagelt. Das war nicht falsch, aber er ist nicht nur der König der Juden, sondern der ganzen Welt. Deshalb verwende ich das Wort königlich. Die Frage nach den Priestern ist auch ganz einfach. Schau dir mal in den Mosebüchern die Priester an. Die waren auch verheiratet. Also warum sollte ich da nicht verheiratet sein? Nur weil das heute in der katholischen Kirche anders ist, heißt das ja nicht, dass ich was falsch gemacht habe.

Tja und das mit dem verkündigen von Gottes Wohltaten, das ist eine Aufforderung, aber das kommt von ganz alleine, wenn du dir mal bewusst machst, was Jesus für dich getan hat am Kreuz von Golgatha, wo er deine, meine, ja die Schuld der ganzen Welt auf sich genommen hat, damit wir wieder mit Gott in Gemeinschaft leben können. Dagegen ist alles was du erreichen kannst nichts. Versteh mich nicht falsch. Du hast sicher schon viel erreicht. Aber es ist viel mehr wert, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Das musste ich auch erst lernen.

Das mit der Finsternis und dem Licht, das ist ein Bild. Finsternis steht für Gottesferne, in der jeder ist, der keine Gemeinschaft mit Gott hat, auch wenn er oder sie wie du in der Lichtstadt wohnt oder LED-Strahler hat. Das wunderbare Licht steht für die Nähe und Gemeinschaft mit Gott. Du kannst mal im 2. Buch Mose im Kapitel 34 nachlesen, wie Moses Gesicht strahlte, wenn er aus dem Zelt der Begegnung mit Gott kam. Das Licht meinte ich damit. Jesus hat außerdem mal von sich selbst gesagt: „ Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis [also Gottesferne], sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Du sollst also Gott loben, der seinen Sohn Jesus zu uns auf die Erde gesandt hat und durch Jesu Tod und Auferstehung für uns den Weg zu Gott, zur ewigen Gemeinschaft mit Gott freigemacht hat. Das haben wir damals ewiges Leben genannt.

Gott liebt dich so sehr, dass er sich absolut für dich entschieden hat. Entscheidend ist jetzt nur, wie du auf sein Angebot reagierst. Du musst dich jetzt auch absolut entscheiden. Dann kannst du ewiges Leben haben. Und wenn du das machst, dann gibt es im Himmel wieder eine große Party und alle freuen sich über ein neugeborenes Kind Gottes (vgl. Lukas 15,7).

Und wenn du dich entscheidest, dann haben wir im Himmel viel Zeit miteinander und können uns persönlich kennen lernen. Also man sieht sich im Himmel!

Shalom

Petrus

(D.Schmidt)

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